Der deutsche Weg

 

Der deutsche Weg

Vorrunde und Gegner

Die Gruppenphase der WM 2026 führt die deutsche Nationalmannschaft auf eine abwechslungsreiche Reise durch Nordamerika – sportlich wie geografisch. Vom texanischen Houston über das kanadische Toronto bis nach New York, die Stadt, die niemals schläft. Es warten Gegner mit Spielstilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gerade diese Härtetests machen die bunte WM-Gruppe E sicher auch zu einer der spannendsten und bringen Bundestrainer Nagelsmann ein echte Standortbestimmung. Für das DFB-Team geht es darum sich früh zu stabilisieren und mit positiven Eindrücken den Grundstein für eine erfolgreiche k.o.-Phase zu legen – auf und neben dem Platz.


Curaçao – Pflichtaufgabe gegen WM-Neuling

Die WM-Reise beginnt in Houston – dort startet die deutsche Nationalmannschaft ins Turnier gegen WM-Neuling Curaçao. Der karibische Außenseiter ist schwer einzuschätzen, da ein Großteil des Kaders aus Spielern besteht, die in den Niederlanden ausgebildet wurden und dort in der Eerste Divisie sowie in anderen europäischen Ligen aktiv sind. Zu den bekanntesten Akteuren zählen Leandro Bacuna, Juninho Bacuna, Torhüter Eloy Room und Stürmer Rangelo Janga, die durch ihre Karrieren in Europa Erfahrung mitbringen. Auf Turnierebene mit der Nationalmannschaft fehlt Curaçao jedoch weitgehend die Routine, Das versetzt die deutsche Mannschaft klar in die Favoritenrolle. Anstoß ist am 14. Juni um 19 Uhr deutscher Zeit (12 Uhr Ortszeit). Für das Team von Julian Nagelsmann zählt hier nur ein Sieg – ein gelungener Start in Houston soll die Basis für den weiteren Turnierverlauf legen.

Elfenbeinküste – Afrikameister mit europäischer Topklasse

Nach dem Auftakt führt die Reise nach Toronto. In der größten und wichtigsten kanadischen Stadt wartet am 20. Juni das Duell mit der Elfenbeinküste. Der amtierende Afrikameister zählt zu den physisch stärksten und taktisch diszipliniertesten Teams des Turniers. Der Kader setzt sich größtenteils aus Spielern zusammen, die in europäischen Topligen, der Premier League, der Serie A sowie in der Bundesliga aktiv sind. Zu den bekanntesten Namen zählen Sébastien Haller, Franck Kessié, Evan Ndicka (AS Rom) und Amad Diallo (ManU), die alle auf höchstem Niveau spielen. Diese Mischung aus individueller Klasse, internationaler Routine und körperlicher Präsenz macht die Elfenbeinküste zu einem besonders anspruchsvollen Gegner für die deutsche Mannschaft. Anstoß ist um 22 Uhr deutscher Zeit (16 Uhr Ortszeit).

Ecuador – Tempo, Physis und internationale Erfahrung

Die deutsche Gruppenphase findet ihren Höhepunkt am 25. Juni in New York.  In East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey trifft Deutschland um 22 Uhr deutscher Zeit (16 Uhr Ortszeit) auf Ecuador, das seine WM-Qualifikation als Zweiter hinter Argentinien, aber noch vor Brasilien, überstanden haben. Die Südamerikaner stehen für hohe Laufintensität, körperliche Präsenz und eine starke mannschaftliche Geschlossenheit. Ein Großteil des Kaders ist in den europäischen Topligen sowie  in Südamerika aktiv. Zu den bekanntesten Spielern zählen Moisés Caicedo (Chelsea), Piero Hincapié (Arsenal), Willian Pacho (PSG) und Kapitän Enner Valencia, der mit seiner Torgefahr eine zentrale Rolle spielt. Diese Mischung macht Ecuador zu einem unangenehmen Gegner, der bei großen Turnieren immer wieder für eine Überraschung gut ist.


Wie ginge es nach der Vorrunde weiter?

In der Gruppenphase wurde dem deutschen Team eine anspruchsvolle, aber machbare Gruppe zugelost. Zum Auftakt geht es in Houston gegen den WM-Newcomer und Exoten Curacao. Als nächster Gegner wartet in Toronto mit der Elfenbeinküste der Afrikameister. Gegen Ecuador, der zweitbesten Mannschaft Südamerikas, die in der Qualifikation Rekord-Weltmeister Brasilien hinter sich ließ, könnte es in New York im letzten Gruppenspiel um den Gruppensieg gehen.

Doch wie ginge es nach der Gruppenphase weiter? Als Gruppensieger bekäme es die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann in der neuen Spielrunde Sechzehntelfinale zunächst in Boston mit einem Gruppendritten zu tun, der aus der Gruppe A, B, C, D oder F käme. Sollte sie sich dabei durchsetzen, muss sie allerdings danach mit einer hohen Hürde rechnen.

Im Achtelfinale könnte die deutsche Mannschaft mit Frankreich auf einen Titelfavoriten treffen, wenn beide Mannschaften ihre Gruppe und ihr Sechzehntelfinale gewinnen. Die französische Mannschaft um Superstar Kylian Mbappe, der mit seinen zwölf WM-Toren Rekordtorschütze Miro Klose (16 WM-Treffer) ablösen könnte, ist Weltmeister von 2018 und Vize-Weltmeister von 2022. Dass Frankreich seine Gruppe gewinnt, ist allerdings nicht selbstverständlich, da die Gruppe I als die Todesgruppe des Turniers eingeschätzt wird mit dem Senegal und den Norwegern um Erling Haaland und Martin Ødegaard (Arsenal).

Als Gruppenzweiter hingegen würde Deutschland im Sechzehntelfinale in Dallas auf den Zweiten der Frankreich-Gruppe I treffen, was mit den o.g. Norwegern und dem Senegal unangenehm werden könnte. Sollte die DFB-Auswahl lediglich als einer der besten Gruppendritten weiterziehen, bietet der Turnierbaum vorab zahlreiche Möglichkeiten. Dann hängt der weitere Verlauf davon ab, aus welchen Gruppen die anderen besten Gruppendritten stammen.

Im Viertelfinale könnte der Gewinner des Achtelfinals zwischen Deutschland und Frankreich im Viertelfinale beispielsweise auf die Nachbarn aus den Niederlanden um Abwehrchef Virgil van Dijk treffen. Weitere Möglichkeiten sind ein erstarktes Italien oder ein Überraschungsteam wie Japan.

Ein Duell mit Europameister Spanien wäre im Halbfinale eine Option. Sollten Titelverteidiger Argentinien und EnglandGruppensieger werden, könnte Deutschland ihnen, den eigenen Gruppensieg immer vorausgesetzt, erst im Finale begegnen.